Über uns

Abwechslungsreiche Programmgestaltung und die Präsentation von vernachlässigter oder an den Rand gedrängter Musik sind besondere Markenzeichen des Jugend-Musik-Ensembles (JME). Dabei bilden Werke des 20. Jahrhunderts, v. a. der 'Klassischen Moderne', einen besonderen Schwerpunkt.  Aber auch weniger gespielte Kompositionen aus Barock, Klassik und Romantik werden vorgestellt. Oft erarbeitet das JME Werke Frankfurter Komponisten oder in Frankfurt entstandene Kompositionen. Immer wieder stehen auch spannende Uraufführungen auf dem Programm, die zeigen, dass „Klassische Musik“ kein Phänomen von Vorgestern ist. (s. Werkarchiv)

Die Anfänge des JMEs reichen bis in das Jahr 1995 zurück. Begeistert durch die Arbeit von Wolfram Weinke (1935-2002) mit dem Orchester der Carl-Schurz-Schule trafen sich zunächst einige Schüler auch außerhalb der Schulzeit. Seit 1998 treffen sich unter dem Namen Jugend-Musik-Ensemble regelmäßig mittlerweile rund 40 junge Amateurmusiker aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Im Sommer 2009 hat Gabriele Scherle (Pröpstin für Rhein-Main) die Schirmherrschaft über das JME übernommen.

Die Mitglieder des JMEs sind junge Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufstätige, die Spaß am gemeinsamen Musizieren von interessanter Musik haben. Gegründet wurde das Ensemble vom damals 18-jährigen Christian Münch-Cordellier (* 1980).

Probenort war von Beginn an die neugotische Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Ufer (Nähe Eiserner Steg). Die dortigen Proben finden stets bei offenen Türen statt, und laden Passanten und Touristen zum Verweilen ein. Pro Jahr werden in der Regel zwei unterschiedliche Programme erarbeitet, die jeweils unter einem Leitmotto stehen (z. B. „Klangraum Frankreich“, „Rund um Shakespeare“, „Keine kleine Nachtmusik!“, „Lust hab ich ghabt zur Musika“).

Paul Hindemith (1895-1963), dem großen Komponisten des 20. Jahrhunderts, fühlt sich das JME besonders verbunden. Hindemith wohnte in den 1920er Jahren im nahe gelegenen Kuhhirtenturm (auf Gemeindegebiet der Dreikönigsgemeinde); auch Hindemiths Gedanken zur Laien- und Amateurmusik stehen dem Selbstverständnis des JMEs sehr nahe.

Ein besonderes Anliegen ist dem JME die (Wieder-)Entdeckung des im Zweiten Weltkrieg gefallenen englischen Komponisten Walter Leigh (1905-1942). Von ihm musizierte das Ensemble bereits das „Concertino für Cembalo bzw. Klavier und Streicher“, die Bühnenmusik zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, die „Musik für Streichorchester“, sowie Kammermusik. Zu Leighs 100. Geburtstag im Juni 2005 spielte das JME mehrere Konzerte u. a. mit der Frankfurter Erstaufführung von Leighs Ouvertüre „Agincourt“.

Höhepunkte waren 2002 und 2005 die Zusammenarbeit zu Georg Philipp Telemanns Orchestersuite „La Bourse“ mit dem Komponisten Michael Sell und 2005 die Mitwirkung bei Erwin Staches Klanginstallationen „Zahlen!Spiele?“ im Frankfurter Gallus Theater. Zum 100. Geburtstag des ostdeutschen Komponisten Kurt Schwaen (1909-2007) erklangen in Zusammenarbeit mit dem Kurt-Schwaen-Archiv (Berlin) mehrere Uraufführungen. 2009 konnte die international renommierte Komponistin Barbara Heller (* 1936) für eine Zusammenarbeit mit dem JME gewonnen werden.

Seit 2004 verbindet das JME eine enge Zusammenarbeit mit dem jungen Frankfurter Komponisten Arthur Schall (* 1979). So komponierte dieser im Auftrag des JMEs sein „Divertimento“ für Kammerorchester. Im Jahr 2006 entstand für das JME Schalls Orchesterfassung von Dmitri Schostakowitschs „Fantastic Dance“, die mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Auch Schalls neueste Orchesterwerke „Ukrainian Urns“ (2007) und „Groteske“ (2009) hat das JME mittlerweile erfolgreich uraufgeführt.

Nach der Darbietung von Joseph Haydns Cellokonzert C-Dur im Jahr 2006 arbeitete das JME 2008 anlässlich seines 10-jährigen Bestehens erneut mit der stellvertretenden Solocellistin des Frankfurter Opern- & Museumsorchesters, Frau Sabine Krams, zusammen. Das JME ernannte Sabine Krams daraufhin zu seinem Ehrenmitglied.

Die Kollekten der traditionellen JME-Benefizkonzerte helfen der wichtigen Arbeit der Sachsenhäuser Wohnsitzlosenhilfe LAZARUS e. V. 2003 erhielt Christian Münch stellvertretend für den Einsatz des ganzen JMEs die 3. LAZARUS-Ehrenmedaille.

Eigene Kammer- und Lunchkonzerte, musikalische Mitgestaltung der 'Nacht der Kirchen', von Gottesdiensten und der von Helmut Walcha (1907-1991) begründeten Musikalischen Vespern, sowie gemeinsame Konzert-, Theater- und Opernbesuche runden das Engagement des jungen Ensembles ab.

Neue MitspielerInnen sind jederzeit herzlich willkommen!